Inklusions-Initiative: Ich unterstütze Initiative und Gegenvorschlag
Am 16. September hat der Nationalrat über die Inklusions-Initiative debattiert. Ich habe mich dafür ausgesprochen und gleichzeitig für den Gegenvorschlag geworben. Denn ich will konkrete Verbesserungen dort, wo sie im Alltag ankommen: bei der Arbeit, beim Wohnen und im öffentlichen Verkehr.

Inklusions-Initiative: Ich unterstütze Initiative und Gegenvorschlag
Behinderung ist kein Problem der anderen. Sie geht uns alle an, weil wir in einer Gesellschaft leben, und weil es jede und jeden treffen kann.
Als ich in den Nationalrat gewählt wurde, ging ich zu Fuss an meinen Platz und ans Mikrofon. Heute bin ich auf einen Rollstuhl und auf Unterstützung angewiesen. Mein Alltag hat sich grundlegend verändert. Mein Wunsch, möglichst selbstständig zu leben, ist geblieben. Dass ich das kann, verdanke ich vielen Menschen, die mich unterstützen.
Genau darum geht es in dieser Debatte. Unterstützung entscheidet darüber, ob ein Mensch trotz Behinderung sein Leben selbstständig gestalten kann. Manche haben Familie und Freunde, die das auffangen, so wie ich. Voraussetzen dürfen wir das nicht.
Ja, Unterstützung kostet Geld. Aber wir müssen das ganze Bild sehen. Fehlende Assistenz führt dazu, dass Betroffene und ihre Angehörigen nicht oder weniger arbeiten können. Auch das kostet. Ich bin überzeugt: Manche Rente liesse sich reduzieren oder ganz vermeiden, wenn wir etwas mehr in Assistenz am Arbeitsplatz investieren würden. Und es geht nicht nur ums Geld. Wer Zugang zur Arbeit hat, kann einen Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen.
Dasselbe gilt beim Wohnen. Wer in den eigenen vier Wänden leben kann statt in einer Institution, gewinnt Lebensqualität und ein Stück Freiheit. Teurer muss das nicht sein.
Beim öffentlichen Verkehr bin ich deutlicher: Bahnhöfe, Züge und Busse hätten per Ende 2023 barrierefrei sein müssen. Damals lief eine zwanzigjährige Übergangsfrist aus. Das Ziel wurde bei Weitem verfehlt. Ich habe nichts gegen Freiwilligkeit, aber es braucht an gewissen Orten gesetzliche Vorgaben, damit überhaupt etwas vorwärtsgeht. Als Verkehrspolitiker setze ich mich auf allen Ebenen für einen barrierefreien öV ein und unterstütze die Einsetzung einer Taskforce für die Umsetzung.
Ich unterstütze die Inklusions-Initiative, auch wenn sie weit geht. Sie gibt uns einen dauerhaften Auftrag zur Gleichstellung in allen Lebensbereichen. Und ich danke Bundesrat und Kommission für den Gegenvorschlag, denn er ermöglicht konkrete Verbesserungen. Diese Chance sollten wir nutzen.
Geben wir den 1,9 Millionen Menschen mit Behinderung das, was wir alle schätzen: die Freiheit, das Leben selbst zu gestalten.
Votum im Nationalrat vom 16. September 2026, Geschäft 26.029
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